Zurück in die Schule – ganz im Yoga-Stil

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Let's Go Back to School, Yoga-Style
Lebensstil

Wie du die Energie, die jeden Herbst rund um den „Schulbeginn“ in der Luft liegt, in deine Yoga-Praxis einfließen lassen kannst.

Aktualisiert am: 23rd June 2025 Veröffentlicht am: 1st August 2024

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    An den Sonderangeboten für knackig neue Jeans, den Tipps für Brotdosen, die deinen E-Mail-Posteingang verstopfen, und der rainbow Auswahl an Ordnern in deinem Supermarkt vor Ort merkst du, dass die Zeit des Schulanfangs wieder da ist.

    Wenn ihr ein oder zwei Kinder im Haushalt habt, seid ihr zweifellos gerade damit beschäftigt, frisch gespitzte Bleistifte der Stärke Nr. 2 zu besorgen und euch abzumühen, die Sommer-Schlafenszeiten wieder auf eine vernünftigere Uhrzeit zurückzustellen.

    Doch selbst wenn du die Schulbank schon lange hinter dir hast, wirst du vielleicht feststellen, dass die ersten Anzeichen des Herbstes ein Gefühl der Vorfreude wecken – die wirbelnden Rot und Orange Blätter auf dem Bürgersteig signalisieren, dass buchstäblich Veränderung in der Luft liegt.

    Der Frühling wird zwar als die Jahreszeit der Wiedergeburt gefeiert, aber auch das tief verwurzelte Ritual des Schulanfangs erfüllt den Herbst mit neuer Energie. Für Yoga-Schüler bietet dies die Gelegenheit, sich wieder ganz auf die eigene Praxis zu konzentrieren und dabei Lehrer in sich selbst und außerhalb von sich zu finden.

    Erste Stunde: Sport

    Es überrascht nicht, dass westliches Yoga oft dem westlichen pädagogischen Modell folgt. Die meisten Menschen beginnen mit der Asana-Praxis. Wir sind Anfänger, dann Fortgeschrittene, dann Fortgeschrittene. Wir besuchen Kurse und vielleicht bilden wir uns irgendwann weiter, um selbst vorne im Raum zu stehen und unser Wissen weiterzugeben.

    Diese Struktur funktioniert eine Zeit lang (die meisten von uns sind am ersten Schultag noch nicht bereit, sich direkt in die Krähenhaltung zu stürzen), aber sobald ihr ein gewisses Niveau in der körperlichen Praxis erreicht habt, passt das Modell nicht mehr so recht.

    Jetzt, wo dir die richtige Ausrichtung in Fleisch und Blut übergegangen ist, sich deine Oberschenkelmuskeln gelockert haben und deine Bizeps stärker geworden sind – bist du bereit, die Yogaschule abzuschließen? Weißt du schon alles, was du wissen musst?

    Zwar gibt es immer stärkere, tiefere und akrobatischere Bereiche, in die du deinen Körper führen kannst, doch irgendwann auf diesem Weg wird meist klar, dass es bei dem, woran wir arbeiten, nicht um einen einarmigen Handstand geht. Es geht nicht um irgendeine körperliche Manifestation von Fortschritt.

    Die Praxis des Körpers wird zur Praxis des Geistes. Wir machen Yoga, um Platz in unseren Köpfen zu schaffen, um gegensätzliche Kräfte in unserem Leben besser ins Gleichgewicht zu bringen, um einen Weg zu Glück und Zufriedenheit freizumachen. Yoga entpuppt sich als der Prozess, nicht als das Ziel. 

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    Zweite Stunde: Selbststudium

    Im Zen-Buddhismus gibt es ein Sprichwort von Shunryu Suzuki: „Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten hingegen nur wenige.“ Wir mögen zwar den Körper eines Experten entwickeln, wenn wir Asanas praktizieren, aber wir müssen ihn mit dem Geist eines Anfängers verbinden: bescheiden, lernbereit, offen für jede Erfahrung.

    Yoga-Übungen, darunter Asanas und Meditation, ermutigen uns, die Schichten abzutragen, die wir in uns selbst und zwischen uns und anderen aufgebaut haben, und so Raum für viele Möglichkeiten zu schaffen. Akzeptanz, Wahrheit, Toleranz und Verbundenheit sind fortlaufende Prozesse.

    Jeder Mensch, sei es ein Meister mit Lotusfüßen oder ein Verkäufer im Supermarkt, kann uns etwas beibringen.

    Jedes Abenteuer, von Weltreisen bis hin zu einem Spaziergang um den Block, bietet neue Perspektiven.

    Jede Begegnung gibt uns die Gelegenheit, freundlicher, großzügiger und geduldiger zu sein.

    Für die meisten von uns geschieht das nicht über Nacht; es ist die Arbeit eines ganzen Lebens. Auf jeden Schritt vorwärts folgen vielleicht zwei Schritte zurück. Der Weg mag sich manchmal ziellos schlängeln oder zu anderen Zeiten wie ein Expresszug dahinrasen. Es gibt keine Voraussetzungen oder praktische, festgelegte Maßstäbe für Leistung oder Erfolg. Der Weg geht weiter, also bleiben wir darauf.

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    Dritte Stunde: Hausaufgaben

    „Zurück zur Schule“ ist für Yogis eine ganzjährige Beschäftigung, eher ein Seinszustand als ein Häkchen im Kalender. Durch das Üben belegen wir Kurse über das Leben, die Welt, die Liebe und uns selbst. Wir sind immer die Schüler, auch wenn wir selbst zum Lehrer geworden sind.

    Wenn du also die „Los geht’s!“-Energie des Herbstes spürst, widme dich erneut der Schule der Entdeckung, des Wissens und des Selbststudiums, denn das ist die lebenslange Hausaufgabe des Yoga-Schülers.

     

    Vorgestellter Yogi @adamhusler
    Bildnachweis: @phillipsuddick

    Von Ann Pizer der seit über 20 Jahren Yoga praktiziert und darüber schreibt.
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