Das Symbol der Lotusblume in der Yoga-Philosophie und -Praxis

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The Lotus Flower Symbol in Yoga Philosophy and Practice
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Warum taucht das Bild der Lotusblume im Yoga so häufig auf? Ein Blick auf die Ursprünge der Lotus-Symbolik im Buddhismus und Hinduismus sowie auf moderne Interpretationen.
Aktualisiert am: 5th August 2025 Veröffentlicht am: 17th January 2024

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    Überall, wo Yoga praktiziert wird, sieht man Bilder der Lotusblume: an den Wänden von Studios, auf Buchcovern, in Logos und auf Yogamatten. Offensichtlich gehören Lotus und Yoga untrennbar zusammen, aber warum eigentlich? Woher kommt diese Verbindung, welche Geschichte steckt dahinter und welche modernen Interpretationen haben sich als so beständig erwiesen? Wenn du dich schon mal gefragt hast, was es mit all diesen Lotusblumen auf sich hat, haben wir die Antworten für dich.

    Die Lotuspflanze

    Nelumba nucifera, bekannt als der heilige Lotus, ist eine ziemlich wundersame Pflanze. Trotz ihrer Ähnlichkeit mit einer Seerose handelt es sich tatsächlich um eine andere Art, die sich durch die hohen Stiele auszeichnet, die aus dem Wasser ragen, um die wasserabweisenden Lotusblätter und -blüten zu tragen.

    Viele Teile der Pflanze sind essbar, darunter die Samen, Triebe, Rhizome und Blätter. Die Lotuspflanze ist in weiten Teilen Asiens beheimatet, wo sie traditionell sowohl medizinisch als auch kulinarisch genutzt wurde; ihre Kolonien können Tausende von Jahren überdauern. Ihre Samen sind von einer harten Schale umgeben und können Hunderte von Jahren in Keimruhe verbleiben, bevor sie erfolgreich wieder angebaut werden können. 

    Die Schönheit und der Duft (der die Insekten anlockt, die als Bestäuber fungieren) der Lotusblüte erklären ihre Faszination für den Menschen und die Verwendung des Lotus als Symbol in vielen alten Religionen, darunter in Griechenland, Persien, Ägypten und auf dem indischen Subkontinent. Die Fähigkeit dieser erstaunlichen Blume, in sumpfigen, trüben Lebensräumen zu gedeihen, hat ebenfalls zu ihrer Anziehungskraft und Symbolik beigetragen. 

    Das Lotus-Symbol im Buddhismus und Hinduismus

    Die Symbolik des Lotus im Yoga stammt in erster Linie aus zwei alten Religionen des indischen Subkontinents: dem Buddhismus und dem Hinduismus. 

    Der heilige Lotus ist seit den Anfängen des Buddhismus ein fester Bestandteil der buddhistischen Ikonografie und Lehre. Der Buddha wird oft auf einem Lotussitz sitzend dargestellt, und die reine Weiß Lotusblume, die sich über den schlammigen Grund erhebt, ist ein Symbol dafür, dass erleuchtete Wesen sich über die Verunreinigungen der unreinen Welt erheben. 

    Der Lebenszyklus des Lotus von der Saat über die Blüte bis zur Saat steht für die Reinkarnation. Ein achtblättriger Lotus wird häufig in Darstellungen des achtspeichigen Dharma-Rades integriert, das für den achtfachen Pfad steht. Der Buddhismus ist auch die Quelle des Mantras „Om mani padme hum“ (Heil dem Juwel im Lotus), was zeigt, welchen hohen Wert Buddhisten allem beimessen, wofür die Pflanze steht.

    Im Hinduismus wird die Göttin Lakshmi besonders mit dem Lotus in Verbindung gebracht. Meist wird sie dargestellt, wie sie Lotusblüten hält und auf einer weiteren Blüte steht oder sitzt. Sie ist unter anderem die Göttin der Schönheit, des Wohlstands, der Fruchtbarkeit und der Weisheit. Ihr Partner, der Gott Vishnu, wird ebenfalls oft gezeigt, wie er in einer seiner vier Hände einen Lotus hält, der seine Reinheit und Überlegenheit symbolisiert. Eine Version des hinduistischen Schöpfungsmythos besagt, dass Brahma, der Schöpfer, aus einer Lotusblüte geboren wurde, die aus Vishnus Nabel wächst.  

    Lotus-Haltung (Padmasana)

    Die Lotushaltung, bei der die nach oben gerichteten Fußsohlen Lotusblütenblätter ähneln, ist eine der Haltungen, die in den frühesten erhaltenen Yoga-Quellen erwähnt werden, in denen die Praxis der Asanas im Dienste der Meditation vorgestellt wird.

    Der Yogi, der in der Lotussitz-Haltung meditiert, steht mittlerweile für jemanden, der in einen Zustand voller Erleuchtung eingetaucht ist, doch die Fähigkeit, lange Zeit im Lotussitz zu sitzen, wird nicht mehr als Voraussetzung für die Meditationspraxis angesehen.

    Für moderne Praktizierende gilt die Lotussitz-Haltung als fortgeschrittene Haltung, da sie viel Flexibilität in den Hüften erfordert, um eine Überlastung der Knie zu vermeiden. Unsere ausführliche Anleitung für den Lotussitz und den Halb-Lotussitz enthält die sicherste Methode, um in die Haltung zu kommen.

    Kein Schlamm, kein Lotus 

    Die für den modernen Yogi wohl aussagekräftigste Symbolik des Lotus ist, dass eine Pflanze, die in einer so schmutzigen Umgebung wächst, eine so prächtige Blüte hervorbringen kann. Diese Lektion weckt Hoffnung und gibt Menschen Bestätigung, die daran arbeiten, schwierige Lebensumstände zu überwinden. Die Lotusblume, die sich über den Sumpf erhebt, steht für das Potenzial, dass aus Widrigkeiten ein wunderschönes Leben entstehen kann. Das beliebte Sprichwort „Kein Schlamm, kein Lotus“ deutet sogar darauf hin, dass ein bisschen Dreck nötig ist, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

    Quelle: 

    Griffiths, Mark. The Lotus Quest: Auf der Suche nach der heiligen Blume. St. Martin’s Press, 2009. 

    Von Ann Pizer der seit über 20 Jahren Yoga praktiziert und darüber schreibt.
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