Der Einstieg in jede Art von Meditationspraxis kann einschüchternd sein. Du hast wahrscheinlich schon viel über die Vorteile des Meditierens gehört, bist dir aber unsicher, wie du es genau angehen sollst. Es gibt zwar viele verschiedene Arten der Meditation, doch für Anfänger ist es oft hilfreich, mit etwas zu beginnen, das klare Schritte vorsieht. Deine Aufmerksamkeit nacheinander auf jedes Chakra zu richten, wie unten beschrieben, kann eine hilfreiche Methode sein.
Verstehe deine Chakren
Die Chakren sind ein System des feinstofflichen Körpers, was bedeutet, dass sie nicht streng anatomisch definiert sind. Stattdessen wird angenommen, dass sie den Energiefluss (auch Prana genannt) durch deinen Körper steuern. Im Idealfall fließt die Energie ungehindert von der Basis deiner Wirbelsäule bis zur Krone deines Kopfes, aber manchmal bleibt sie unterwegs stecken. Das Visualisieren der Chakren hilft dir dabei, zu erkennen, wo Blockaden vorliegen, und den Prozess in Gang zu bringen, damit der Energiefluss wieder ins Lot kommt.
„Chakra“ bedeutet auf Sanskrit „Rad“, daher werden sie oft als sich drehende Energieräder dargestellt. Jedes der sieben Chakren ist mit einem Körperbereich, einer Farbe und einer Keimsilbe verbunden, die zum Mantra-Singen verwendet werden kann.
1. Muladhara – Wurzel (Basis der Wirbelsäule)
Farbe: Rot
Mantra: Lam
Verbunden mit: Einem Gefühl der Erdung und Stabilität
2. Svadhistana – Sakralchakra (Unterbauch)
Farbe: Orange
Mantra: Vam
Verbunden mit: Kreativität, Intimität, Fruchtbarkeit, Sexualität, Lust
3. Manipura – Solarplexus (mittlerer Bauchbereich)
Farbe: Gelb
Mantra: Ram
Verbunden mit: Selbstvertrauen und Kraft
4. Anahata – Herz
Farbe: Grün
Mantra: Yam
Verbunden mit: Liebe und Vertrauen
5. Vishuddha – Kehle
Farbe: Blau
Mantra: Ham
Verbunden mit: Selbstausdruck, Wahrheit, Kommunikation
6. Ajna – Stirnchakra (drittes Auge)
Farbe: Indigo
Mantra: Om
Verbunden mit: Intuition, klarem Erkennen
7. Sahasrara – Kronenchakra (Kopfspitze)
Farbe: Lila
Mantra: Stille
Verbunden mit: Weisheit und Wissen
Wie du erkennst, welches Chakra blockiert ist
Es gibt keine hundertprozentig sichere Methode, um ein blockiertes Chakra zu diagnostizieren, aber es gibt ein paar Ansätze, mit denen du anfangen kannst.
- Schmerzen oder Unwohlsein im Körper
– Schmerzen im Bauch oder Kopfschmerzen könnten dir zum Beispiel einen Hinweis geben. - Schwierigkeiten in einem entsprechenden Bereich
Wenn du mit Selbstvertrauen, Kreativität oder dem Äußern deiner Meinung zu kämpfen hast, identifiziere das entsprechende Chakra und konzentriere dich darauf. - Bearbeite das gesamte System
Wenn du dir nicht sicher bist, widme jedem Chakra die gleiche Aufmerksamkeit. Vielleicht entdeckst du dabei bestimmte Bereiche, auf die du dich konzentrieren solltest.
Methode zur Chakra-Meditation
- Stell dir jedes Chakra als sich drehendes Rad, eine Lotusblüte, ein helles Licht oder irgendetwas anderes vor, das für dich funktioniert.
- Beweg dich vom unteren Ende deiner Wirbelsäule nach oben bis zum Scheitel.
- Stell dir das Chakra in seiner jeweiligen Farbe vor und wiederhole das dazugehörige Mantra entweder laut oder in Gedanken.
- Stell dir vor, wie Energie beim Atmen frei durch das Chakra fließt.

Chakra-Meditation Schritt für Schritt
Such dir einen ruhigen Ort und eine bequeme Sitzposition. Wenn du noch keine Erfahrung mit Meditation hast, schau dir unseren Leitfaden für Anfänger an, um mehr darüber zu erfahren, wie und wann du sitzen solltest. Für die Chakra-Meditation eignet sich eine Position im Schneidersitz oder kniend. Wenn du im Schneidersitz sitzt, setz dich auf einen Block oder ein Kissen, sodass deine Knie unterhalb deiner Hüften liegen. So fällt es dir leichter, deine Wirbelsäule lang zu halten.
Sitz ein paar Minuten da und atme, um dich in deinem Körper zu erden. Beginne damit, deinen Atem wahrzunehmen, ohne ihn zu verändern. Dann fang an, deine Ein- und Ausatmungen bewusst zu verlängern und zu vertiefen.
1. Muladhara – Wurzel
Setze deine tiefen Atemzüge fort und richte deine Aufmerksamkeit auf den unteren Teil deiner Wirbelsäule. Stelle dir dort ein Rot Energierad vor. Chante bei jedem Ausatmen die Silbe „lam“ – ein oder zwei Minuten lang, oder länger, wenn du möchtest
2. Svadhistana – Sakral
Lege deine Hände auf deinen Bauch unterhalb des Bauchnabels. Hier befindet sich das Sakralchakra. Stelle dir dort ein sich drehendes Orange Rad vor, während du „vam“ chantest.
3. Manipura – Solarplexus
Lege deine Hände auf deinen Bauch oberhalb des Bauchnabels. Stelle dir ein Gelb-Rad vor, das sich an deinem Solarplexus dreht. Singe die Silbe „ram“.
4. Anahata – Herz
Lege beide Handflächen flach auf dein Brustbein. Spüre, wie sich deine Brust mit jedem Atemzug hebt und senkt. Die Farbe des Anahata-Chakras ist Grün und die Silbe lautet „yam“.
5. Vishuddha – Kehle
Führe deine Hände im Anjali-Mudra an deinen Hals. Spüre die Schwingungen dort, während du „ham“ chantest, und stelle dir Blau vor.
6. Ajna – Stirn
Verschiebe dein Mudra in die Mitte deiner Stirn. Chante „om“ und stelle dir ein indigoblaues Rad oder einen Lotus vor, der vor Energie sprüht.
7. Sahasrara – Kronenchakra
Führe das Anjali-Mudra an die Spitze deines Kopfes, wobei deine Finger nach oben zeigen, während du dir Lila Licht vorstellst und tief atmest, ohne zu chanten.
Öffne deinen Geist
Jedes System, das einer neuen Meditationspraxis Struktur verleiht, macht es einfacher, dranzubleiben und konsequent zu bleiben. Deine Aufmerksamkeit durch Berührung, Visualisierung und Atem auf deine Chakren zu lenken, sind wirkungsvolle Werkzeuge, um Energie zu bewegen und deinen Geist zu klären.



