Yoga ist für viele Menschen mit Angstzuständen ein wunderbares Mittel. Wo dein Körper hingeht, folgt dein Geist – daher kann es in besonders angespannten Zeiten helfen, Übungen zu machen, die dein Nervensystem beruhigen und achtsames Atmen fördern.
Wenn du über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Yoga praktizierst, kann es eine noch wichtigere Rolle bei der Bewältigung von Ängsten spielen. Je mehr du übst, desto besser lernst du deinen Körper, deinen Geist und die Verbindung zwischen beiden kennen – das eröffnet dir viele Techniken, die dir im Umgang mit Ängsten helfen werden.
8 Wege, wie Yoga bei Angstzuständen hilft
Yoga…
1. Bietet Hilfsmittel zur Erdung
„Erdung“ ist ein Begriff, der im Yoga häufig verwendet wird. Er bedeutet, eine starke Verbindung zum physischen Körper zu haben, die dazu genutzt werden kann, den Geist zu verankern, wenn er ins Trudeln gerät. Bewegung erdet. Atmen ebenfalls. Dein Atem verankert deinen Körper in seiner Körperlichkeit und lenkt deinen Fokus weg von deinen Gedanken und hin zu deinem Körper.
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2. Konzentriert sich auf den gegenwärtigen Moment
Beim Yoga geht es darum, deinen Atem wahrzunehmen. Manchmal beschleunigen oder verlangsamen wir ihn, um bestimmte Effekte zu erzielen, aber manchmal reicht es schon aus, ihn einfach nur wahrzunehmen, ohne etwas zu verändern.
Die Konzentration auf Bewegung und Atem ermöglicht es dir außerdem, leichter im Hier und Jetzt zu sein – was hilfreich ist, wenn Ängste durch Sorgen darüber ausgelöst werden, was in der Zukunft passieren könnte.
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3. Verbessert das Körperbewusstsein
Angst führt zu körperlichen Symptomen, die du vielleicht gar nicht bemerkst, wenn du es nicht gewohnt bist, darauf zu achten, wie es sich anfühlt, in deiner Haut zu stecken. Wenn du dir deines Körpers bewusster bist, kannst du lernen, den körperlichen Ausprägungen deiner Angst entgegenzuwirken, indem du beispielsweise verspannte Muskeln lockerst und flache Atemzüge vertiefst.
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4. Weckt ein neues Selbstbewusstsein
Selbst wenn du nur kurz zur Meditation sitzt, beginnst du, deine Gedanken zu beobachten, ohne dich auf sie einzulassen. Wenn du die Aktivität deines Geistes als Beobachter erlebst, wird dir klar, dass du nicht deine Gedanken bist – was es einfacher macht, dich von unproduktiven Gedankenspiralen zu lösen.
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5. Fördert die Akzeptanz
Jedes Mal, wenn du dich auf deine Matte begibst, lernst du, dich so zu akzeptieren, wie du gerade bist. Es spielt keine Rolle, was du gestern getan hast, was du morgen vorhast oder was du zu Mittag gegessen hast – alles, was zählt, ist das, was du gerade tust. Diese Lektion fällt nicht leicht, aber wenn du sie oft genug übst, wirst du sie verinnerlichen.
6. Bringt das Gedankengeplapper zum Schweigen
Die körperliche Anstrengung beim Asana-Training ist so intensiv, dass sie deine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Oft stellst du nach dem Yoga erst fest, dass du eine Stunde lang keine Zeit hattest, über irgendetwas anderes nachzudenken. Diese Erholung vom ständigen Geschwätz des „Affenverstands“ ist einer der wichtigsten Vorteile von Yoga.
7. Fördert die Toleranz gegenüber Unbehagen
Jede neue Haltung bringt dich in die Lage, an die Grenzen deines eigenen Unbehagens zu gehen. Zu lernen, mit diesem Körpergefühl in einer risikoarmen Situation umzugehen, ist ein hervorragendes Training für das Gehirn.
8. Verbessert das Wohlbefinden
Yoga sorgt dafür, dass du dich besser fühlst. Punkt.
Welche Art von Yoga hilft bei Angstzuständen?
Es spielt keine Rolle, welche Art von Yoga du machst. Schnell, langsam, Gruppenkurse, zu Hause, bei jeder Temperatur, jede Methode. Yoga gibt es in vielen Varianten, daher musst du vielleicht ein paar ausprobieren, bevor du die richtige findest, aber es gibt für jeden die passende Art von Yoga.
Die besten Yoga-Übungen gegen Angst
Zwar hilft jede regelmäßige Yoga-Praxis mit der Zeit bei Angstzuständen, doch bestimmte Posen sind besonders effektiv, um das parasympathische Nervensystem zu aktivieren, den Geist zu erden und körperliche Anspannung zu lösen.
Hier sind einige der besten Yoga-Übungen gegen Angstzustände, die du in deine Praxis einbauen kannst.
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Kindhaltung (Balasana)
Bedeutung im Sanskrit: Bala (Kind) Asana (Haltung)
Yoga-Level: Anfänger
Haltungstyp: Knien
Warum diese Haltung: Die Vorbeuge und der Körperkontakt mit der Matte sorgen sofort für Erdung, und der sanfte Druck auf die Hüften und den unteren Rücken löst Verspannungen an den Stellen, an denen sich Stress gerne ansammelt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Geh in die kniende Position und lass deine Hüften nach hinten in Richtung deiner Fersen sinken.
- Beuge deinen Oberkörper nach vorne und strecke deine Arme vor dir aus oder lege sie neben deinen Körper.
- Lass deine Stirn auf der Matte ruhen und atme tief in deinen Rücken hinein.
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Beine-an-die-Wand-Haltung (Viparita Karani)
Bedeutung im Sanskrit: Viparita (umgekehrt) Karani (tun)
Yoga-Level: Anfänger
Pose-Typ: Umkehrhaltung, Rückenlage
Warum diese Pose: Diese sanfte Umkehrhaltung fördert die Entspannungsreaktion des Körpers, verlangsamt die Herzfrequenz und beruhigt das Nervensystem mit sehr geringem Aufwand.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Setz dich seitlich neben eine Wand und schwinge deine Beine nach oben, während du dich zurücklehnst.
- Lass deine Arme offen an den Seiten liegen, die Handflächen zeigen nach oben.
- Bleib fünf bis fünfzehn Minuten in dieser Position und atme ganz natürlich.
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Stehende Vorbeuge (Uttanasana)
Bedeutung im Sanskrit: Uttana (intensive Dehnung) Asana (Haltung)
Yoga-Level: Anfänger
Haltungstyp: Stehend
Warum diese Haltung: Leichte Umkehrhaltungen wirken beruhigend auf das Nervensystem und lösen gleichzeitig Verspannungen im Nacken und in den Schultern, wo sich Angst oft körperlich bemerkbar macht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Stell dich mit den Füßen hüftbreit auseinander hin und beuge deinen Oberkörper über deine Beine.
- Lass deinen Kopf schwer hängen und deine Arme baumeln, oder halte die gegenüberliegenden Ellbogen fest.
- Beuge deine Knie so weit, wie es nötig ist, und atme tief in den Rücken hinein.
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Bequeme Sitzhaltung (Sukhasana)
Bedeutung im Sanskrit: Sukha (Behaglichkeit) Asana (Haltung)
Yoga-Level: Anfänger
Haltungstyp: Sitzhaltung
Warum diese Haltung: Eine bequeme Sitzhaltung für Atemübungen und Meditation.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Setz dich im Schneidersitz auf deine Matte oder auf eine gefaltete Decke, wenn deine Hüften verspannt sind.
- Strecke deine Wirbelsäule und lege deine Hände auf die Knie.
- Schließe die Augen und atme einige Minuten lang langsam und tief ein und aus.
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Happy-Baby-Pose (Ananda Balasana)
Bedeutung auf Sanskrit: Ananda (glücklich) Bala (Baby) Asana (Haltung)
Yoga-Level: Anfänger
Haltungstyp: Rückenlage
Warum diese Haltung: Eine der effektivsten Yoga-Haltungen, um Verspannungen in den Hüften und im unteren Rücken zu lösen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Leg dich auf den Rücken und zieh deine Knie zur Brust.
- Fasse die Außenkanten deiner Füße, deine Knöchel oder deine Schienbeine, wenn das für dich leichter ist.
- Zieh deine Knie sanft zu beiden Seiten deines Oberkörpers in Richtung Boden und atme tief ein und aus.
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Katzen-Kuh-Dehnungen (Marjaryasana-Bitilasana)
Bedeutung im Sanskrit: Marjari (Katze) Asana (Haltung) und Bitila (Kuh) Asana (Haltung)
Yoga-Level: Anfänger
Haltungstyp: Knien
Warum diese Haltung: Die rhythmische Bewegung im Einklang mit dem Atem ist eine der effektivsten Methoden, um ängstliche Gedankenmuster zu unterbrechen und die Aufmerksamkeit wieder auf den Körper zu lenken.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Beginne auf Händen und Knien in der Tischposition.
- Atme ein, lass den Bauch sinken und richte den Blick nach oben (Kuh). Atme aus und wölbe die Wirbelsäule zur Decke hin (Katze).
- Bewege dich langsam und lass den Atem die Bewegung leiten.
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Totenstellung (Savasana)
Bedeutung im Sanskrit: Sava (Leiche) Asana (Haltung)
Yoga-Level: Anfänger
Haltungstyp: Rückenlage
Warum diese Haltung: Bei Savasana sollst du einfach nichts tun, den Körper vollkommen still halten und den Geist zur Ruhe kommen lassen. Das ist schwieriger, als es klingt – und genau deshalb ist diese Haltung so wertvoll bei Angstzuständen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Leg dich flach auf den Rücken, die Arme leicht vom Körper entfernt, die Handflächen zeigen nach oben.
- Lass deine Füße locker auseinanderfallen.
- Schließe die Augen und atme ganz natürlich.
Tipps für Anfänger zum Yoga gegen Angstzustände
- Du musst keine ganze Stunde absolvieren, um die positiven Effekte zu spüren. Schon zehn bis fünfzehn Minuten achtsame Bewegung oder Atmung machen einen Unterschied.
- Beginne mit regenerativen Posen, wenn du noch neu im Yoga bist. Sie sind leicht zugänglich, erfordern wenig Kraftaufwand und wirken sofort beruhigend.
- Versuche, jeden Tag zur gleichen Zeit zu üben, um eine Gewohnheit aufzubauen. Regelmäßigkeit ist es, was Yoga langfristig bei Angstzuständen wirksam macht.
- Mach dir keine Gedanken darüber, die Posen perfekt auszuführen. Der Atem und die Absicht sind weitaus wichtiger als die Form der Haltung.
- Wenn deine Gedanken während des Übens abschweifen – und das werden sie –, nimm es einfach zur Kenntnis und lenke deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Atem.
Wenn du ganz neu beim Yoga bist und nicht weißt, wo du anfangen sollst, schau dir unseren umfassenden Leitfaden für Anfänger an.

Reicht Yoga gegen Angstzustände aus?
Yoga ergänzt viele andere Behandlungsansätze und trägt zu einem stressarmen Lebensstil bei. Auch Therapie und Medikamente sind für viele Menschen hilfreich. Wenn du unter Angstzuständen leidest, sprich mit einer medizinischen Fachkraft. Es gibt viele Möglichkeiten, wie du Linderung finden kannst.
Was ist mit Pranayama, Chanten und Meditation?
Pranayama-Atemübungen können das parasympathische Nervensystem dazu anregen, hormonelle Reaktionen zu regulieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schwingungen beim Chanten den Vagusnerv stimulieren können, der dem Körper signalisiert, sich zu entspannen. Regelmäßige Meditation reduziert nachweislich Stress und Angstzustände. Zusammen mit regelmäßigen Yoga-Asanas erweitern diese Praktiken dein Repertoire an Methoden zur Selbstregulierung.

Fang dort an, wo du gerade stehst
Yoga wird deine Ängste nicht über Nacht beseitigen, aber es gibt dir eine Reihe von Werkzeugen an die Hand, die umso wirksamer werden, je öfter du sie einsetzt. Es spielt eigentlich keine Rolle, ob du mit ein paar Posen aus dieser Liste beginnst, einer kurzen Atemübung oder einfach nur damit, dich für zehn Minuten auf deine Matte zu setzen; das Wichtigste ist, anzufangen. Von da an wird sich deine Praxis weiterentwickeln.
Häufig gestellte Fragen zu Yoga gegen Angst
Hilft Yoga tatsächlich bei Ängsten?
Ja, aber die positiven Effekte ergeben sich aus regelmäßiger Praxis über einen längeren Zeitraum, nicht aus einer einzelnen Sitzung oder Pose. Regelmäßiges Yoga stärkt das Körperbewusstsein, lehrt dich, mit deinem Atem zu arbeiten, und trainiert das Nervensystem, ruhiger auf Stress zu reagieren.
Welche Yoga-Posen eignen sich am besten bei Angstzuständen?
Erdende und regenerierende Posen sind in der Regel am wirksamsten. Die Kindhaltung, die Beine-an-die-Wand-Haltung, die Happy-Baby-Haltung und Savasana helfen alle dabei, das parasympathische Nervensystem zu aktivieren und den Geist zu beruhigen.
Wie oft solltest du Yoga gegen Angstzustände praktizieren?
Mehrmals pro Woche ist ideal. Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Dauer. Selbst eine kurze tägliche Übung hat eine größere Wirkung als eine lange Sitzung pro Woche.
Spielt es eine Rolle, welchen Yoga-Stil ich praktiziere?
Nein. Jede Art von Yoga, die regelmäßig praktiziert wird, hilft bei Angstzuständen. Probier ein paar verschiedene Stile aus und finde heraus, was sich für dich richtig anfühlt.
Kann Yoga eine Therapie oder Medikamente gegen Angstzustände ersetzen?
Yoga ist eine wirkungsvolle Ergänzung zu anderen Behandlungen, ersetzt aber keine professionelle Unterstützung. Wenn du unter starken Angstzuständen leidest, sprich mit einer medizinischen Fachkraft, während du mit dem Yoga beginnst oder es fortsetzt.



